Welches Papier ist denn nun das Beste, wenn man mit alkoholbasierten Markern koloriert? Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Denn oft ist es abhängig von den eigenen Bedürfnissen. Von Kopierpapier wird in der Regel abgeraten, da die Stifte darauf sehr schnell ausbluten. Auch Aquarellpapier ist nicht gerade die erste Wahl da die raue Struktur die Spitzen beschädigen kann und die Stifte sehr schnell leer gehen. Denn noch gibt es unglaublich großartige Künstler, die genau diese Papiere nutzen und wundervolle Bilder zaubern. Ich möchte damit nur sagen das es im Grunde genommen kein richtig und kein falsch gibt.

Trotzdem möchte ich euch einen kleinen Überblich über die allgemein empfohlenen Papiere zum Zeichnen mit Markern geben. Da ich aufgrund meines Umzuges nicht alle meiner Papiere griffbereit hatte, werde ich die Liste immer mal wieder aktualisieren.

Die Markerpapiere lassen sich in zwei größere Gruppen einteilen. Einmal die dünnen Layoutpapiere (70 – 85 g/m²) und die dickeren Markerpapiere (100 – 250 g/m²).

Layoutpapier
Diese Papiere sind sehr dünn. Das besondere an diesen Papieren ist, dass die Rückseite beschichtet ist. So kann keine Farbe durchschlagen. Allerdings sollte man immer darauf achten das Papier von der richtigen Seite zu nutzen. Die Rückseite ist nicht bemal bar.

Im Allgemeinen würde ich dieses Papier keinem Anfänger empfehlen. Auf diese Art von Papier muss man sehr zügig arbeiten. Tut man das nicht, bekommt man schnell Ränder. Sehr große Flächen einheitlich zu kolorieren ist fast nicht möglich.

Bei diesem Papier würde ich immer zu einer Vorzeichnung raten, die später durchgepaust wird. Das Papier ist sehr dünn, weshalb häufiges radieren nicht zu empfehlen ist. Bei so zartem Papier, ist ein Leuchtpad zum Durchzeichnen nicht nötig.

Die Farbaufnahme von dem Papier ist recht gering. Wenn man zu viele Farben schichtet, kann es passieren das man die Farbpigmente nur noch über das Blatt schubst.

Mir bekannte Layoutpapiere:

  • Hahnemühle Layoutblock
  • Canson XL Marker
  • Copic Marker Pad
  • Boesner Layoutblock
  • Winsor & Newton Marker Paper
  • Schoellershammer Markerpapier

Dickes Markerpapier allgemein
Diese Papiere sind dick und haben eine sehr glatte Oberfläche. Auch die glatten *Bristelpapiere lassen sich hier einordnen.

Dieses Papier ist sehr anfängerfreundlich. Der Farbauftrag ist etwas weicher, wodurch harte Ränder seltener entstehen. Je nach Papier lassen sich auch größere Flächen, fleckenfrei kolorieren. Da das Papier stärker ist, lassen sich auch einige andere Zeichenmedien zusätzlich gut darauf verwenden z.B. Künstlerbuntstifte (Polychromos).

Bei einem so glatten Papier sollten Vorzeichnungen mit einem nicht zu harten Bleistift gemacht werden. Ansonsten könnte das Papier etwas zerkratzen. Möchte man einen Entwurf durchzeichnen, wird ein Leuchtpad benötigt.

Diese Art von Papier ist auf der Rückseite nicht beschichtet. Je nach Farbauftrag kann es schon mal passieren das die Farbe auf der Rückseite durchschlägt.

Mir bekannte Markerpapiere:

  • Deleter BK
  • Transotype Perfect Colouring Paper
  • Luma Marker
  • Fabriano Bristol
  • Tombow Bristol
  • Canson Bristol XL
  • Lana Bristol Zeichenpapier
  • Sakura Manga Zeichenblock (Bristol)

Hahnemühle Layoutblock (75g/m²)
Von den dünnen Layoutblöcken nutze ich diesen vorzugsweise. Die Farben lassen sich schön blenden und das Papier verträgt auch mal eine Schicht an Farbe mehr als z.B. der Marker XL Block von Canson. Die Farben kommen auf dem Papier kräftig rüber und erfahrene Künstler können auch auf diesem Papier ganze Artworks zeichnen.

Canson Marker XL (70g/m²)
Das Papier ist heller als das vom Hahnemühle Layoutblock. Die Farben trocknen leicht blass runter. Farben lassen sich gut blenden. Leider verträgt das Papier nicht zu viele Schichten Farbe. Irgendwann sammelt sich die Farbe an der Papieroberfläche und man schiebt die Pigmente einfach nur noch hin und her. Für leichte Kolorationen ist das Papier dennoch gut zu verwenden.

Gleichmäßigere Farbwiedergabe auf dem Layoutblock von Hahnemühle

Transotype Perfect Colouring Paper (250g/m²)
Dieses Papier ist wirklich strahlend weiß. Leider trocknen die Farben recht blass runter. Trotzdem ist es ein klasse Papier. Die Farben lassen sich super blenden und layern. Mit seinen 250g/m² ist es auch noch sehr stabil. Unter den Kartenkünstlern ist das Papier sehr beliebt.

Deleter BK (135g/m²)
Das Deleter BK ist ein **Kentpapier, welches dem Bristol sehr ähnlich ist. Dieses Papier ist qualitativ sehr gut. Die Farben lassen sich super blenden und layern. Farben strahlen auf diesem Papier sehr. Die Farbwiedergabe darauf ist einfach top. Das Papier ist zwar etwas leichte im vergleich zu den anderen Papieren, aber auf keinen Fall schlechter. Das Deleter BK ist mein persönlicher Favorit.

Luma Marker (180g/m²)
Das Luma Markerpapier ist relativ neu auf dem Markt. Dieses Papier verhält sich tatsächlich etwas anders als die anderen Papiere. Die Farbübergänge auf diesem Papier werden meist sehr weich. Harte Ränder entstehen fast gar nicht. Das Blenden ist sehr angenehm, aber auch etwas ungewohnt. Die Farben lassen sich nur bedingt layern. Da alles so weich verläuft fallen die Farbschichten kaum auf. Das ist weder gut noch schlecht. Je nach Stil kann das sehr vorteilhaft sein. Wer gerne weiche Bilder zeichnet, kann mit diesem Papier sehr glücklich werden. Die Farben trocknen auch hier etwas blass runter. Bei einem zu hohen Farbauftrag setzen sich manchmal Pigmente fleckenhaft in den Fasern fest. Das schaut etwas eigenartig aus und ist sehr schwer zu korrigieren. Wer gerne viele Layer setzt, für den ist dieses Papier evtl. nicht so gut geeignet.

Fabriano Bristol (250g/m²) und Tombow Bristol (250g/m²)
Beide Papiere sind sich sehr ähnlich. Auf beiden Papieren lassen sich die Farben sehr gut blenden und gut layern. Das Papier von Fabriano ist lediglich etwas cremefarbener. Die Farben kommen gut auf den Papieren rüber. Kurz gesagt. Zwei ganz vernünftige Papiere.

Beim genauen hinsehen kann man den Unterschied in der Papierfarbe erkennen.
Hier lässt sich gut erkennen das die Farbe beim Perfect Colouring Paper und beim Luma Markerpapier etwas blasser wieder gegeben werden.
Das Luma Markerpapier und das Bristolpapier von Tombow haben eine leichte Körnung beim Farbauftrag

*Bristolpapier
Bristol wird bevorzugt aus Zellstoff von Nadelhölzern hergestellt. Im Gegensatz zu gewöhnlichem Druckerpapier, wird bei Bristol das Lignin fast vollständig herausgelöst. Somit wird nicht nur der Weißgrad erhöht, sondern auch die Alterungsbeständigkeit. Weiter wird die Papieroberfläche mit Pigmenten und Füllstoffen verdichtet, sodass Bristol-Papier am Ende einen einzigartigen Weißgrad von 100 – 102% erreicht. Gleichzeitig wird auf Säuren wie Alaun verzichtet, somit ist es alkalisch neutral. Original Bristol-Papier entspricht damit der DIN-ISO 9706 Norm und ist ewig haltbar. Ebenso muss Bristol aus mindestens 95% Frischfasern bestehen. Dadurch entsteht unter anderem eine sehr glatte Oberfläche, welche aufgetragene Flüssigkeiten so gut wie nicht verändert.
(Quelle: https://gws2.de/bristol-papier-fuer-mangas-comics-und-bastler/)

**Kentpapier
Das Papier ist sehr glatt und radierfest. In den meisten Fällen wird es vollständig aus Zellstoff hergestellt. Bei der Zellstoffgewinnung wird das im Holz vorhandene Lignin, welches im Holzstoff erhalten bleibt, entfernt. Dazu wird es durch chem. Umwandlungen oder durch Lösungsmittel so weit herausgelöst, dass sich der verbleibende Faserverband ohne weiteren mechanischen Aufwand auflösen lässt.

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Überblick über einige Papiere geben. Bitte bedenkt, dass einiges auch auf meiner persönlichen subjektiven Wahrnehmung beruht. Es gibt keinen definierten Standard wie eine Farbe auf dem Papier auszusehen hat. Ich habe die Farben auf dem Papier zwar verglichen, aber wo ich einen Farbunterschied sehe, müsst ihr noch lange keinen sehen. Am besten ist es immer noch selbst auszuprobieren. Jeder hat andere Bedürfnisse und Anforderungen an sein Papier.